Hauptprospekt: Engelkopf unter dem Gesims am linken Spitzturm

Der gegenwärtige Zustand der Orgel

Seit ihrer Versetzung in die Martini-Kirche in Halberstadt war die Orgel von David Beck unablässig Veränderungen ausgesetzt. Der letzte Umbau geschah 1921. Man setzte hinter den großartigen Prospekt ein Instrument mit pneumatischer Traktur, das der Orgelbauer Röver aus Hausneindorf 1902 erbaut hatte.

Heute existieren aus der Orgel von 1596 nur noch einige Pfeifen in der Mitte des großen Prospektes und sämtliche Pfeifen des Principal 4´ in dem Rückpositiv in Harsleben. Auch das Gehäuse dieses Instrumentes in der Martini-Kirche hat immer den größten Respekt erzeugt, so dass im Bewusstsein seines künstlerischen Wertes und seiner Geschichte die mit den jeweiligen Umbauten Betrauten jeden Gedanken seiner Veränderung oder gar Zerstörung von sich gewiesen haben.

Sein gegenwärtiger Zustand ist jedoch beklagenswert. Es waren zunächst die Bombardierungen der Stadt, die der Kirche im April 1945 schwerste Schäden zufügten. Zum Glück war die Orgel vor der Beschädigung der Kirche abgebaut und in Sicherheit gebracht worden. Nach ihrem Wiedereinbau in die Kirche erlitt sie jedoch aufgrund des undichten Kirchendaches und in die Kirche eingedrungenen Regens schwere Schäden, die sie an den Rand des Zerfalls brachten. Gutwillige Bewohner Halberstadts haben versucht, was sie konnten, um die Ruine der Kirche und ihre Einrichtung samt der Orgel zu retten.

Nach 1990 wurden Arbeiten in Auftrag gegeben, um das Dach, die Türme und die Gewölbe der Kirche zu restaurieren. Eine großen Spendenaktion der Halberstädter Bürger und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatten großen Anteil, dass im Jahre 2011 die Außensanierung des Kirchengebäudes abgeschlossen werden konnte. Nun gibt es Anstrengungen die Innenraumsanierung zu beginnen. Auf Initiative des Fördervereins OGR wurde 2012 die installierte Röver-Orgel ausgebaut und einer Kirchengemeinde in Calbe übergeben. Der Orgelprospekt erfordert dringend Restaurierungsmaßnahmen.

Zum Download (PDF): Archivbericht von Christine Lehmann, Juni 2008 12, im Auftrag des Fördervereins Organum gruningense redivivum e.V.